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Rap Rat

Der Schrecken beginnt Schonmal was von "Nightmare" gehört? Wie bei vielen anderen Brettspielen der 90er war eine VHS-Kassette dabei, welche man zeitlich auf die Partie abstimmte. Im Video gibt eine Figur Anweisungen, während man das Spiel in Echtzeit spielt. Ich Angsthase weigerte mich, Nightmare zu spielen, als meine Mutter es uns kaufte. Mein Bruder war enttäuscht, dass er Nightmare nicht spielen konnte, aber meine Mutter hatte schon eine Alternative parat. Sie kramte "Rap Rat" heraus. Es war ein billiges, schäbiges, kleines Spiel für Kinder in unserem Alter; man geht ums Spielbrett herum, sammelt Käse und wer das Ende zuerst erreicht, gewinnt. Es schien ganz einfach zu sein und weil es uns an "Saus, kleine Maus" erinnerte (das wir nicht hatten), gab es keinen Einwand. Wir legten den Film in den Rekorder ein und bauten das Brett auf. Der erste Teil des Videos war nur eine einfache Erklärung der Regeln und eine Spielanweisung. Dann erschien Rap Rat auf ...

[Wahr] Dann beißen die Schlangen nicht

Es ist schon komisch, wie man Dinge anders verarbeitet, wenn man jung ist. Es dauerte ein paar Jahre, bis mir bewusst wurde, wie unheimlich meine Situation war. Damals in der fünften Klasse spielten meine Freunde und ich mit Airsoftwaffen. Wir hatten unsere kleinen Deathmatch-Schlachten oben auf dem Hügel hinter unseren Häusern. Wir alle wuchsen in einem sicheren, wohlhabenden Vorstadtbezirk auf und gingen regelmäßig fort, um zu spielen oder die Gegend zu erkunden. Eines Sommerabends, kurz vorm Einbruch der Dunkelheit, starteten wir eine Partie und teilten uns in zwei Viererteams auf. Mein Freund Teagan und ich blieben zusammen und wir rannten den Hügel hinauf zu einem betonierten Wasserablauf; dieser erwies sich als eine hervorragende Stelle, um sich zu verstecken und das Geschehen von oben zu betrachten. Während wir in unserer Position verharrten, machte Teagan mir weiß, dass uns ein Mann beobachtete und von weiter oben auf dem Hügel in unsere Richtung herabstieg. Zu diesem Zeitp...

Ich fand eine offene WLAN-Verbindung

Sie glaubten mir nicht, als ich ihnen sagte, dass es in unserer Reichweite ein offenes WLAN-Netzwerk gibt mit dem treffenden Namen „Offenes Wifi“. Es war ziemlich langsam, das war aber nicht das Problem. Wir zelteten nämlich mitten im Nirgendwo (in den Tar Hollow Wäldern in Ohio.) Wir parkten den Truck etwa eine Meile entfernt auf dem Pfad, und von dort aus war es eine 15-minütige Fahrt zur einzigen Auffahrt auf den Highway. Gelinde gesagt, wir waren weit weg von der Zivilisation. Nachdem wir alle damit fertig waren, Facebook zu überprüfen und auf Snapchats zu antworten, machten meine Freunde und ich ein Spiel daraus, die Signalquelle zu finde. Marco und Sean gingen in eine Richtung, Mike und ich in die andere. Das Signal verschwand nach 185 Schritten in meine Richtung und nach etwa 250 Schritten in die entgegengesetzte Richtung. Wir stimmten Seans Vorschlag zu, in eine dritte Richtung zu gehen, um durch die Dreiecksmethode annähernd den Standort der Quelle bestimmen. Marco zählt...

An Apple a Day

An apple a day keeps the doctor away – ein Apfel am Tag hält dir den Arzt vom Leib – jeder kennt diese Redewendung. Die meisten Leute gehen davon aus, dass es sich schlichtweg um einen einprägsamen Reim handelt, der kleinen Kindern die Wichtigkeit einer gesunden Ernährung bewusst macht. Es gibt schließlich keinen Grund, etwas anderes zu vermuten. Allerdings ist dieser Spruch ursprünglich keine harmlose Merkhilfe. Die Redewendung stammt aus einer Grenzstadt während den ersten Jahren des Goldrauschs. Dort war das Essen knapp und das Geld noch knapper. In einem August, in dem die Region von einer schweren Dürre heimgesucht wurde, zog sich eine blutige Mordserie durch die Stadt. In jeder Nacht wurde in jeweils einem Haus eingebrochen und jeder, der den Einbrecher sah, wurde zügig und brutal abgeschlachtet. Bis auf ein paar Überreste wurde sonst nichts gestohlen. In der zweiten Woche seit Beginn dieser Vorfälle ließ der örtliche Lebensmittelhändler ein paar Äpfel und ein Glas Milch über...

Das Steintorritual

Hat schonmal jemand eine Erfahrung mit diesem Ritual gemacht? Ich habe es durch puren Zufall entdeckt und ich frage mich, ob jemand einen Weg gefunden hat, der Schleife zu entkommen. Falls euch das „Steintorritual“ unbekannt ist, werde ich versuchen, es euch so gut wie möglich zu erklären. Ihr könntet am Ritual schon mehrmals vorbeigelaufen sein, ohne ihm jemals Beachtung geschenkt zu haben. Es ist jedoch ziemlich leicht, es ausfindig zu machen, wenn man weiß, wonach man suchen muss. Man kann es nicht erzwingen. Entweder man findet zufällig ein Tor auf seinem Pfad, oder man läuft sein ganzes Leben lang, ohne jemals eins zu sehen. Das Wort „Tor“ kann allerdings ein wenig irreführend sein, denn zwei Steine sind alles, was zum Ritual gehört. Wenn ihr herumlauft, könnten euch zwei Steine am Rand eures Wegs auffallen. Diese Steine werden ovalförmig und recht flach sein und sie ähneln sich in ihrer Farbe, die jedoch unterschiedlich genug ist, dass man die Steine auseinanderhalten könnt...

Der Minimalist

Sein Name lautet Sven. Er ist 27, blond und früher hatte einen wohlgeformten Körper. Wir wohnten drei Jahre lang zusammen, er und ich. Nachts verbrachten wir die Zeit mit Bier und Erdnüssen und guten Gesprächen und tagsüber sahen wir uns kaum wegen meines vollen Terminkalenders. Er ist Architekt, oder vielleicht war er es zumindest mal, da bin ich mir nicht so sicher. Im März hat er sich seinen Lebenstraum erfüllt. Er reiste nach Japan und drei Wochen lang war seine Facebook-Pinnwand voll mit Fotos von Tempeln und Straßen und Menschen. Aber vor allem postete er Bilder von Häusern, großen und kleinen, und letztendlich auch Fotos vom Innenraum der Häuser und der Wohnungen. Neben einem der Bilder steht bis heute ein Satz, der Vermutlich der Anfang seiner Besessenheit war: „Die Leute hier sind wirklich nett. Sag ihnen, dass du Architekt bist und jeder Fremde wird dir sein Haus zeigen, wenn du nett danach fragst – zieh dir drinnen aber die Schuhe aus!“ Bei seinen Posts und unseren b...

Der Clifton Bunnyman

Die Geschichte des Bunnymans geht viele, viele Jahre zurück. Ursprünglich begann sie erst 1931, nachdem jedoch schon viele Morde von ihm begangen worden waren. Die Echtheit der Geschichte lässt sich in der Bibliothek „Old Clifton Library“ nachweisen. Sie befindet sich in der Stadt Clifton, im Norden des US-amerikanischen Bundesstaats Virginia. Was ich euch gleich erzählen werde, ist alles wahr. Den Hasenmann habe ich zwar niemals selbst gesehen, aber jeder in Clifton glaubt daran, dass seine Geschichte wahr ist. (Zur Verständlichkeit der Geschichte: Die Brücke „the Bunny Man’s Bridge“ befindet sich im Wald neben einem Schotterweg. Unter ihr führt eine einspurige Straße durch und auf der Brücke befinden sich zwei Bahngleise.) Damals im Jahre 1903 gab es mitten in der Stadt Clifton eine Irrenanstalt, tief in der Wildnis eingebettet. Ziemlich bald nach dem Bürgerkrieg begannen Leute, dieses Gebiet zu bewohnen und die Bevölkerung war auf etwa 300 Menschen bemessen. Es war eine sehr kle...