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Ich fand eine offene WLAN-Verbindung

Sie glaubten mir nicht, als ich ihnen sagte, dass es in unserer Reichweite ein offenes WLAN-Netzwerk gibt mit dem treffenden Namen „Offenes Wifi“. Es war ziemlich langsam, das war aber nicht das Problem. Wir zelteten nämlich mitten im Nirgendwo (in den Tar Hollow Wäldern in Ohio.) Wir parkten den Truck etwa eine Meile entfernt auf dem Pfad, und von dort aus war es eine 15-minütige Fahrt zur einzigen Auffahrt auf den Highway. Gelinde gesagt, wir waren weit weg von der Zivilisation. Nachdem wir alle damit fertig waren, Facebook zu überprüfen und auf Snapchats zu antworten, machten meine Freunde und ich ein Spiel daraus, die Signalquelle zu finde. Marco und Sean gingen in eine Richtung, Mike und ich in die andere. Das Signal verschwand nach 185 Schritten in meine Richtung und nach etwa 250 Schritten in die entgegengesetzte Richtung. Wir stimmten Seans Vorschlag zu, in eine dritte Richtung zu gehen, um durch die Dreiecksmethode annähernd den Standort der Quelle bestimmen. Marco zählt...

Das Steintorritual

Hat schonmal jemand eine Erfahrung mit diesem Ritual gemacht? Ich habe es durch puren Zufall entdeckt und ich frage mich, ob jemand einen Weg gefunden hat, der Schleife zu entkommen. Falls euch das „Steintorritual“ unbekannt ist, werde ich versuchen, es euch so gut wie möglich zu erklären. Ihr könntet am Ritual schon mehrmals vorbeigelaufen sein, ohne ihm jemals Beachtung geschenkt zu haben. Es ist jedoch ziemlich leicht, es ausfindig zu machen, wenn man weiß, wonach man suchen muss. Man kann es nicht erzwingen. Entweder man findet zufällig ein Tor auf seinem Pfad, oder man läuft sein ganzes Leben lang, ohne jemals eins zu sehen. Das Wort „Tor“ kann allerdings ein wenig irreführend sein, denn zwei Steine sind alles, was zum Ritual gehört. Wenn ihr herumlauft, könnten euch zwei Steine am Rand eures Wegs auffallen. Diese Steine werden ovalförmig und recht flach sein und sie ähneln sich in ihrer Farbe, die jedoch unterschiedlich genug ist, dass man die Steine auseinanderhalten könnt...

Der Minimalist

Sein Name lautet Sven. Er ist 27, blond und früher hatte einen wohlgeformten Körper. Wir wohnten drei Jahre lang zusammen, er und ich. Nachts verbrachten wir die Zeit mit Bier und Erdnüssen und guten Gesprächen und tagsüber sahen wir uns kaum wegen meines vollen Terminkalenders. Er ist Architekt, oder vielleicht war er es zumindest mal, da bin ich mir nicht so sicher. Im März hat er sich seinen Lebenstraum erfüllt. Er reiste nach Japan und drei Wochen lang war seine Facebook-Pinnwand voll mit Fotos von Tempeln und Straßen und Menschen. Aber vor allem postete er Bilder von Häusern, großen und kleinen, und letztendlich auch Fotos vom Innenraum der Häuser und der Wohnungen. Neben einem der Bilder steht bis heute ein Satz, der Vermutlich der Anfang seiner Besessenheit war: „Die Leute hier sind wirklich nett. Sag ihnen, dass du Architekt bist und jeder Fremde wird dir sein Haus zeigen, wenn du nett danach fragst – zieh dir drinnen aber die Schuhe aus!“ Bei seinen Posts und unseren b...