Kagome Kagome

Kagome Kagome


Kriegsexperimente

Das Naziregime war berüchtigt für seine Untergrundwissenschaftler und seine Forscher des Okkulten. Spezielle Expeditionsabteilungen des Reichs wurden oft auf die Suche nach Artefakten oder Orten mit okkulter oder religiöser Bedeutung geschickt. Währenddessen wurden in Deutschland Bunker gebaut und Villen und Schlösser wurden mit Labyrinthen und Kerkern ausgestattet, in denen unzählige seltsame Experimente durchgeführt wurden und Forschungsberichte gestapelt wurden.

Immer wenn die Alliierten sie fanden, wurden die Einrichtungen oft ausgeräumt, niedergebrannt oder auf andere Weise zerstört und verlassen. Wurde ein Labor intakt vorgefunden, so waren die Forschungsergebnisse in der Regel unvollständig oder fehlten und wurden später von den Alliierten vernichtet, um zu verhindern, dass die Nazis die zurückgelassenen Aufzeichnungen wiederherstellen konnten. Daher blieben viele Nazi-Experimente unbekannt.

Bis vor kurzem.

Veteranen, die als Wächter dieser Labors und rituellen Zonen dienten, berichteten von ihren Erlebnissen. Außerdem wurden in Schachteln und Kisten, die den Wissenschaftlern gehörten, Ordner und Bücher gefunden. Nicht wenige dieser Materialien weisen ein gemeinsames Forschungsziel auf.



Dem Menschen die Macht Gottes verleihen

Die genaue Beschaffenheit wahrer, gottähnlicher Macht ist umstritten, aber in der Nazi-Forschung wird das Konzept als Unsterblichkeit, Unvergänglichkeit, Unbesiegbarkeit oder mit einem anderen Begriff beschrieben, der für die Unfähigkeit zu verenden steht.

Ein großer Teil dieser Forschungen basierte tatsächlich auf bestimmten Dosen chemischer Verbindungen, die den Blutfluss bei alternden Menschen fördern. Die ersten Erkenntnisse der Nazis finden heute Verwendung in der Transplantationschirurgie, beim Pfropfen, in Salben zur Hauterneuerung, bei der Bekämpfung verschiedener Krankheiten durch Antikörper und in der Fitness- und Ernährungsforschung.

Ein 1999 in Hamburg entdeckter Satz von Kisten wich jedoch grundlegend von diesem Forschungsstil ab. Beim Material darin handelt es sich um eine Kreuzung aus okkulten Experimenten und Unsterblichkeitsforschung.


Die Krankheit des Geistes

Die einleitenden Mappen und Belege für das Konzept beginnen mit dem Grundsatz, dass das Gehirn den Körper vollständig steuert, und dass es weiter funktioniert, während der Körper um es herum langsam abbaut. In weiteren Ausführungen wird erklärt, dass der Grund für den Verfall des Körpers darin liegt, dass das menschliche Gehirn auf einen biologischen Zeitzünder eingestellt ist. So wie die Eintagsfliege nur einen Tag lebt, andere Insekten aber viel länger leben können. Im Grunde genommen sagt uns das Gehirn, dass wir sterben sollen.

Man geht davon aus, dass das Gehirn im Laufe seines Wachstums beginnt, Verbindungen herzustellen, was dazu führt, dass der Mensch reifer wird und sich weiterentwickelt. Zwischen dem 35. und 50. Lebensjahr brechen diese Verbindungen jedoch langsam ab, was zu Vergesslichkeit, Demenz und anderen geistigen Beschwerden führt, die älteren Menschen vorbehalten sind.


Ihr Erklärungsansatz

Die Nazi-Wissenschaftler vermuteten, dass das Gehirn einen „universellen Ausschalter“ besitzt, der betätigt wird, sobald das Hirn voll entwickelt ist. Bei allen normalen Menschen löst dieser Schalter eine Stilllegung der Körperfunktionen aus, die sich über mehrere Jahrzehnte hinzieht. Sobald der Körper vollständig abgeschaltet ist, ist das Gehirn durch den Mangel an sauerstoffreichem Blut zum Sterben gezwungen.

Es heißt, dass das Werner-Syndrom (eine Krankheit, bei der ein Mensch schnell altert) eine Folge der viel zu früh einsetzenden Ausschaltfunktion ist.

Die Nazis waren der Auffassung, den Ausschalter entfernen und den menschlichen Geist Unsterblichkeit verleihen zu können. Daraus würde vollständige Unsterblichkeit hervorgehen. Natürlich befand sich die Gehirnchirurgie zu dieser Zeit noch in einem frühen Entwicklungsstadium, aber das Verfahren war möglich. In den Stapeln der gefundenen Ordner fanden sich viele verschiedene Diagramme und Forschungsergebnisse über das Gehirn, die Psychologie, den menschlichen Verstand und ähnliches.


Der Standort

Die Experimente wurden der NS-Führung 1940 vorgeschlagen, und 1942 wurde die Genehmigung zur Durchführung der Experimente unter einer Bedingung erteilt:

Die Experimente müssen außerhalb von Deutschland durchgeführt werden. Die deutsche Bevölkerung darf in keiner Weise Zeuge dieses Experiments werden.

Dass die Vorstände übervorsichtig bei der Wirkung auf die Öffentlichkeitsbeziehungen waren, war für die Wissenschaftler keine Überraschung, aber die Idee, die Forschung außerhalb des Vaterlandes durchzuführen, war an sich schon befremdlich. Die meisten Experimente wurden in Bunkern oder Kellern durchgeführt. Trotzdem fügten sich die Wissenschaftler und konnten mit ihrem Verbündeten Japan ein Abkommen schließen. Ende 1942 begannen die Forschungen.


Die Durchführung der Experimente

Das Forschungsteam hatte ein japanisches Waisenhaus übernommen. Es befand sich in den Hügeln, vermutlich irgendwo in Shimane, einer Gegend in der Nähe von Hiroshima.

Die Wissenschaftler kamen zu dem Schluss, dass sie mit einer unbekannten Variable spielen würden, wenn sie die üblichen Versuchspersonen heranziehen würden, nämlich alte oder kranke Menschen, die „keinen Grund mehr zu leben haben“ (ähnlich wie bei Gateway of the Mind). Um es genauer auszudrücken, würden sie mit einem Gehirn experimentieren, dessen Ausschalter bereits aktiviert wäre, was das Gehirn für die Lösungsfindung unbrauchbar machen würde.

Daher verlangten die Nazi-Wissenschaftler, dass Kinder, nämlich die Waisenkinder im Waisenhaus (die ihrer Meinung nach wiederum „keinen anderen Grund zu Leben haben“), als Versuchspersonen eingesetzt werden sollten. Ihre jungen Gehirne ließen keinen Grund zur Besorgnis über einen bereits aktivierten Ausschalter zu.

Zu Beginn der Experimente erhielten die Kinder zahlreiche Schutzimpfungen und wurden intensiven psychologischen Untersuchungen unterzogen. Auf diese Weise wurde sichergestellt, dass Krankheiten und Störungen vermieden und ein allgemeiner Maßstab für die Versuchspersonen eingehalten wurde.

Als nächstes befasste man sich mit den älteren Mitarbeitern des Waisenhauses. Ihre Schädel wurden unter Narkose von den Chirurgen geöffnet, um einen Querschnitt des Gehirns eines Erwachsenen zu erstellen. Die Chirurgen begannen, die wichtigsten Unterschiede zwischen dem Gehirn eines Kindes und dem eines Erwachsenen herauszuarbeiten.

Nach der Erstellung eines Modells des Gehirns eines Kindes und des eines Erwachsenen kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass sich der „universelle Ausschalter“ nicht im Großhirn, sondern im Kleinhirn, im hinteren Bereich der Schädelbasis, befindet. Das ist nachvollziehbar, da das Kleinhirn alle unbewussten Aktivitäten steuert und die Aktivierung des Ausschalters keine bewusste Handlung ist.

Sie nahmen das größte Kind des Waisenhauses und öffneten dessen Schädel. Es gelang ihnen, das Kleinhirn anzuschneiden und den Teil zu entfernen, der vermutlich der Ausschalter war. Als sie aber die Wunden des Mädchens schlossen, stellten sie fest, dass es gestorben war. Sie vermuteten, dass die Schnitte am Gehirn zu grob waren und viel mehr Präzision verlangten.

Die Leiche wurde im Wald hinter dem Waisenhaus beseitigt.


Mutmaßlicher Erfolg

Nachdem verschiedene Instrumente und Hilfsmittel eingebracht und neue Techniken entwickelt worden waren, gelang es den Wissenschaftlern schließlich, den Ausschalter zu entfernen und Patienten erfolgreich wiederzubeleben. Im Mai 1943 nahmen sie eines der jüngsten Mädchen des Waisenhauses und entfernten den Ausschalter; die einzige Funktion, die sie verlor, war die Fähigkeit zu schwitzen. Nach diesem vermeintlichen Erfolg feierten die Wissenschaftler, und alle gingen schlafen. Am nächsten Morgen wachte das Mädchen nicht mehr auf, und es stellte sich heraus, dass es im Koma lag. Nach einiger Zeit wurde sie erfolgreich wiederbelebt, und die "Ausschalter-Ektomien" wurden fortgesetzt.


Fortsetzung

Der anfängliche Erfolg brachte den Ärzten einen frischen Blick, der sie antrieb, denn nun konnten sie ihre Experimente in der Gewissheit fortsetzen, dass die Theorie bewiesen war.

Tja, glaubten sie.

Während die Ärzte ihre grausigen Forschungen fortsetzten, zogen sie mehrere Ärzte aus Moskau hinzu, die in der Praxis der körperlichen Wiederbelebung geschult waren (technisch gesehen Zombifizierung, die allerdings auf dem Prinzip von Elektroschocks und künstlichen Herzen beruht, um den Körper wiederzubeleben). Die deutschen Forscher gaben an, dass ihre Versuchsperson nach dem Einschlafen immer komatös werden oder klinisch sterben werde, am darauffolgenden Morgen aber wiederbelebbar sei. Vor dem Experiment hätte sie keine Anzeichen für dieses Verhalten gezeigt. Obwohl die Forscher ihre Versuchsperson selbst wiederbeleben konnten, wollten sie ihren Erfolg nicht aufs Spiel setzen. Die russischen Wissenschaftler hatten die Aufgabe, das Mädchen jedes Mal wiederzubeleben, wenn sie starb. Nach mehreren Tagen hielten es die Nazis für sicher, weiterzumachen.


Projekt Rauschgift

Projekt Rauschgift war ein russisches Experiment zur Erschaffung von Supersoldaten auf der Grundlage der Theorie von Dr. Frankenstein (es könnte auch eine Basis für den Marvel-Superhelden gewesen sein). Als Gegenleistung für den Einsatz der russischen Wissenschaftler hatte Russland darum gebeten, die Forschungen des Projekts Rauschgift mit den laufenden Experimenten der Nazis zu kombinieren. Dem stimmten die Nazis zu.

Die begrenzte Anzahl von Waisenkindern war aber lähmend. Da die Nazis so viele von ihnen brauchten, konnten sie nur ein einziges Mädchen anbieten. Die Russen gaben sich zufrieden und begannen mit der Erprobung ihres Konzepts. Sie hatten in Moskau einen Arm künstlich erzeugt, der auf dem Weg zum Waisenhaus war. Dort sollte er transplantiert werden, um zu beweisen, dass Amputation und Gliedersatz möglich waren. In der Zwischenzeit mussten sich die Russen darauf vorbereiten.

Der rechte Arm des Mädchens wurde amputiert.

Rätselhafterweise packten die russischen Wissenschaftler jedoch kurz darauf ihre Ausrüstung ein und reisten ab. Der Ersatzarm wurde nie geliefert, und das Mädchen verblieb für immer mit einer Bandage über ihrem Kimono. Es heißt, die Russen seien mit einer ängstlichen Eile fortgegangen, als ob die Luft für ihren Geschmack plötzlich zu kalt geworden wäre.


Rebellion

Im gesamten Waisenhaus gab es ein Kind, dem die Anwesenheit der Wissenschaftler nicht passte. In ihrer Rebellion stahl das Mädchen Unterlagen und zerriss sie, zerbrach Glasgegenstände und zerstörte Operationssäle. Trotz ihres jungen Alters (8 Jahre) und ihrer Größe besaß sie eine erstaunliche Zerstörungsgabe. In einer Aufzeichnung wurde vermerkt, dass sie auch heterochrom war (sie hatte ein braunes und ein blaues Auge von links nach rechts). Die leitenden Wissenschaftler verachteten sie, konnten sie aber nicht in Schach halten, ohne Verdacht zu erregen. Stattdessen befahlen sie den Nazi-Soldaten, sich um sie zu kümmern.

Sie wurde brutal mit einem stumpfen Bajonett enthauptet. Sie wurde nicht begraben, sondern in den Wäldern hinter dem Waisenhaus zurückgelassen. Die Soldaten sagten den Erziehern, sie habe eine neue Familie gefunden.



Zahlreiche Misserfolge

Die Nazi-Wissenschaftler versuchten, ihr erfolgreiches Experiment auf verschiedene Weise zu variieren. Leider funktionierte keine dieser alternativen Methoden. Hier ist eine Liste von ihnen:

  • Einstich durch die Stirn. Durchgeführt an einem 10 Jahre alten Jungen. Der Schädel war deformiert und der Junge war am Ende praktisch lobotomiert. Infolgedessen war der Junge zwar nicht in einem Wachkoma, war aber geistig schwer behindert.
  • Einstich durch den Unterkiefer. Durchgeführt an einem 6-jährigen Mädchen. Die Zunge und der größte Teil des Fleisches am Unterkiefer wurden entfernt und konnten nicht ersetzt werden. Die Nasennebenhöhlen der Person wurden ebenfalls zerstört.
  • Einschnitt durch die Seite des Kopfes. Die Versuchsperson wurde auf dem entsprechenden Ohr taub. Es sollte auch angemerkt werden, dass bei dieser Operation kein Betäubungsmittel eingesetzt wurde. In einer Aufzeichnung stand, dass die Schreie "eine wahre Marter" waren.

Trotz des Scheiterns dieser Eingriffe wurden die Ausschalter dennoch entfernt, und die Versuchspersonen verhielten sich ähnlich wie das erste Mädchen und starben im Schlaf.

Wegen all der vorangegangenen Misserfolge war die Zahl der nicht operierten Bewohner des Waisenhauses auf nur zehn Personen geschrumpft, und zu ihnen gehörten nur die Erzieher, denn jedes Kind war operiert worden.


Die Umstellung des Ausschalters

Die Ärzte begannen, eine neue Überlegung anzustellen. Sie stellten die Theorie auf, dass bei einem Kind der Ausschalter noch nicht aktiviert war, und dass bei einem Erwachsenen aber der Ausschalter durch den Einsatz einer chemischen Verbindung umgestellt werden kann, die das erzeugte Hormon zerstört. Der Ausschalter könnte dann entfernt werden.

Dieses Verfahren wurde schließlich bei allen Erziehern durchgeführt. Es war überraschend erfolgreich, denn alle überlebten.


Persönlichkeiten auf Abwegen

Während der Experimente wurden die Wissenschaftler angewiesen, die erfolgreichen Kinder zu beobachten und ihr Verhalten zu überwachen.

Sie wirken auf den ersten Blick normal, genau wie alle anderen Kinder. Sie spielen, jubeln, lernen regelmäßig, aber wenn man sie von den anderen trennt, wirken sie... wirr. Sie schlendern achtlos umher, mit einem hohlen Lächeln im Gesicht, und ihre Augen schauen einen direkt an. Wenn man sich diesen Kindern von hinten nähert, verdrehen sie ungeheuer schnell den Kopf, und für einen Moment kann man gerade noch einen so widerwärtigen Gesichtsausdruck sehen, dass man sich am liebsten verstecken möchte. Aber dann merkt man, dass sie gerade wieder dieses verträumte Lächeln aufsetzen.

Zudem beschatten sie uns, aber nur, wenn wir allein sind. Wenn ich mit meiner Schreibmaschine fertig bin und mich auf den Weg in mein Zimmer mache, erschreckt mich oft eines der Kinder, das einige Meter weiter im dunklen Flur steht und mich anstarrt. Wenn ich mein Zimmer betrete, folgt es mir, und ich muss einen Stuhl vor die Tür klemmen, um sicher zu schlafen. Sie kommen einem nachts wie Geister vor. Das Komische ist, dass ich immer wieder ein Kind mit rötlichem Haar sehe. Ich erkundige mich bei den Erziehern am nächsten Morgen, wer dieses Kind ist, aber sie sagen mir, sie hätten schon lange kein Kind mit rötlichem Haar mehr gehabt.

Auch schienen sie ein Spiel viel häufiger zu spielen als zu Beginn. Ich bin der japanischen Sprache nicht so mächtig, aber das Spiel heißt wohl „Vogel im Käfig, Vogel im Käfig, wie es mir von einem der Übersetzer beschrieben wurde.1

Eine Gruppe von Kindern umkreist ein Kind, das allein in der Mitte sitzt. Die Gruppe fasst sich an die Arme und beginnt, sich kreisförmig um das Kind zu bewegen, während sie gruselige Grimassen schneidet und einen unheimlichen Sprechchor singt. Wer zusammenzuckt, hat verloren.

Beim Gespräch mit ihnen stelle ich fest, dass sie verträumter, vergesslicher und irgendwie hohl wirken, als hätten die Experimente sowohl ihre Erinnerungen als auch ihre Sterblichkeit ausgelöscht. Aber es ist keine unschuldige Art von Verträumtheit, eher etwas Unheilvolles. Sie starren dich mit großen Augen an und stellen dir Fragen, von denen du nie gedacht hättest, dass sie sie wissen würden. Eines fragte: „Als deine Großmutter starb, hat sie dir da wirklich eine vergoldete Uhr hinterlassen?“ Es mag verrückt klingen, aber meine ehrliche Antwort war... „Ja.“

Kagome Kagome bedeutet wörtlich übersetzt „Käfig, Käfig“, kann aber auch „Vogel im Käfig, Vogel im Käfig“ bedeuten. Es sollte auch erwähnt werden, dass das Kind, das sich gegen die Wissenschaftler auflehnte, rötliches Haar gehabt haben soll.2


Niedergang

Anfang 1945 wurde Hiroshima bombardiert und Deutschland hatte längst kapituliert. Die Experimente wurden gestoppt, und die Deutschen begannen, ihre Ausrüstung zusammenzupacken. Die meisten von ihnen waren bereits in ihre Heimat zurückgekehrt, da sie um ihr „geistiges Wohl“ besorgt waren, und sie gaben an, dass sie Anzeichen von Wahnsinn gezeigt hätten. Nur vier Forscher blieben zurück.

Nachdem sie die letzte Ladung losgeschickt hatten, hielten sie es für angemessen, die Erzieher von ihrer Abreise zu unterrichten. Sie taten dies, und zum Entsetzen eines der Wissenschaftler und zur Überraschung der anderen sagte der oberste Erzieher in fließendem Deutsch: "Wollt ihr noch ein letztes Spiel mit uns spielen?"

Die drei Wissenschaftler stimmten zu, und ein Kreis von Kindern und Erziehern bildete sich um sie. "Wenn ihr jetzt zusammenzuckt, habt ihr verloren..."

Der eine entsetzte Wissenschaftler rannte zum letzten Lastwagen und sprang auf, ohne zurückzublicken.


Die Gegenwart

Wenn du Hiroshima besuchst, geh in den Wald. Vielleicht findest du dort einige unbefestigte Wege; wenn du sie begehst, wirst du wunderschöne Wälder sehen. Wenn du aber einen Weg gehst, der von Lastwagen befahren wurde, wird dir kalt sein, und du wirst sehen, dass viele Bäume gefällt wurden. Weiche nicht vom Weg ab, sonst verirrst du dich bestimmt in diesen gewaltigen Wäldern.

Wenn du aufmerksam bist, wirst du feststellen, dass einige der Baumstümpfe wie kniende Menschen aussehen, jedoch kopflos.

Wenn du weitergehst, wird die Luft kalt. Natürlich, denn es geht ja bergauf, nicht wahr? Irgendwann erreichst du eine Lichtung mit einem alten Steingebäude in der Mitte, das von Ranken überwuchert ist.

Geh hinein, wenn du spielen möchtest.

Sobald du die Tür öffnest, strömt dir ein fauliger Geruch entgegen, der dem einer verwesenden Leiche ähnelt. Wenn du den Gang hinunterschaust, ist es unabhängig von der Tageszeit dunkel, da es keine Beleuchtung gibt.

Geh den Gang entlang. Biege bei der ersten Gelegenheit links ab und geh weiter, bis du eine Tür siehst, die aus rotem Holz zu bestehen scheint (die anderen sind braun). Öffne die Tür und du wirst zehn glückliche Kinder und Erzieher vorfinden, die alle Kimonos tragen und in einem gewöhnlichen Spielzimmer spielen. Einem Kind fehlt der Arm, einem anderen die Stirn und einem dritten der Kiefer, aber alle sind mit klinischer Genauigkeit bandagiert. Der Raum sollte sehr sauber sein und, je nach deinen Maßstäben, gut aufgeräumt und gut beleuchtet sein.

Deine Anwesenheit wird sofort die Aufmerksamkeit aller Anwesenden auf sich ziehen, auch die derjenigen, die viel zu beschäftigt oder abgelenkt aussehen. Sie werden sich umdrehen und dich ansehen, mit einem unbekümmerten Lächeln auf jedem ihrer freundlichen Gesichter.

Die Obererzieherin in all ihrer Pracht wird dich fragen: „Kommst du mit uns spielen?“

Wenn du dir bis dahin noch nicht in die Hose gemacht hast, solltest du das unbedingt tun, um dir den Ärger später zu ersparen.

Wenn du „nein“ sagst, wird dir die Tür vor der Nase zugeschlagen. Du kannst versuchen, zu entkommen, wo du hergekommen bist, aber du wirst nur einen weiteren dunklen Gang vorfinden.

Öffne ein der braunen Türen von vorhin, um Operationstische oder Stockbetten zu entdecken. Wenn du den dritten Gang weitergehst, wirst du feststellen, dass einige Meter hinter dir ein Mädchen steht, dessen Gesicht von Schatten verhüllt ist. Nähere dich ihr, und dein Todesurteil ist besiegelt. Gehe stattdessen weiter den Gang entlang und versuche, dich nicht von ihr einholen zu lassen.

Wenn du jedoch „ja“ sagst, wirst du in den Raum gelassen. Die Tür schließt sich hinter dir, und alle bilden einen Kreis um dich.

„Setz dich“, sagt eine fröhliche Stimme, „und zuck nicht zusammen!“ Befolge diese Anweisung, und du wirst überleben.

Jedes Licht im Raum wird erlöschen, aber du wirst immer noch den Kinderkreis sehen. Jedes von ihnen wird einen bösartigen Gesichtsausdruck haben, der so abscheulich ist, dass du sofort zusammenzucken könntest. Wenn du das aber ertragen kannst, werden sie langsam anfangen, dich zu umkreisen. Du könntest spüren, wie einer von ihnen nach dir schlägt. Wenn du jedoch nachschaust, ist da nichts, außer den Kindern, die normal um dich herumkreisen.

Als ob das noch nicht genug wäre, fangen sie an, zu singen: „Kagome Kagome...“

Mehr kann ich wirklich nicht dazu sagen. Niemand überlebt, um zu erzählen, was dann passiert.

Wenn man zusammenzuckt, bevor sie singen, machen sie einfach ganz normal weiter. Wenn du dich entscheidest, irgendetwas anderes als ja oder nein zum Obererzieher zu sagen, sollen dich die Kinder angeblich abwertend ansehen und sie werden mit unmenschlichen Stimmen schreien: "Entscheide dich! ENTSCHEIDE DICH!" Wenn du von hier aus etwas anderes tust als ja oder nein zu sagen, werden die Kinder und die Erzieher die Tür zuschlagen.

Falls du dich umdrehst, wird unterschiedliches erzählt. Angeblich wartet deine größte Angst am anderen Ende des Gangs und trennt dich vom Ausgang. Meist ist dabei die Rede von Ako Manto oder dem Rake. Die Kreatur könntest du zumindest begrüßen, bevor sie dich kalt macht. Wenn sie kann, wird sie dir vielleicht antworten, und du wirst als höflicher Mensch sterben. Wenn du sie nicht grüßt, wirst du als eine weitere enthauptete Leiche am Wegesrand enden.

Wenn du mit „Ich verstehe nicht“ antwortest (und du musst aufrichtig sein), wird der Obererzieher sagen: „Gehen Sie zu Ihrer Schule und sehen Sie Ihren Kindern beim Spielen zu. Dann sollten Sie es verstehen.“ Nichts wird sich verändert haben.

Wenn du weggehst, mach die Tür zu. Das gehört zum guten Ton.

 


Originaltitel: Kagome Kagome

Autor: Mbgunsling

Link zum Original: https://creepypasta.fandom.com/wiki/Kagome_Kagome

Übersetzer: Creepostad M


1, 2 Im englischen Originaltext ist die Bedeutung von „Kagome“ als „circle you“ (umkreise dich) wiedergegeben, aus Onlinequellen geht jedoch hervor, dass Kagome mehrdeutig ist und eher „Vogel im Käfig“ bedeutet: https://blogs.transparent.com/japanese/kagome-kagome/ 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Das Treppenritual

Grundlegendes zu den Hinterzimmern; ein Ratgeber

Ebenen der Hinterzimmer – Ebene 0 bis 8